Tonmurmeln

Quelle: Mehrere Funde aus Burgthann. Im Rahmen einer Grabung im Areal eines Kellergewölbes auf der Burg Thann wurde eine Vielzahl von Keramik-, Holz-, Glas- sowie Buntmetallobjekten geborgen. Der Fundkomplex wurde anhand der vorliegenden Keramik auf Ende 13. bis Mitte 14. Jahrhundert datiert.
Murmeln aus Ton werden gerade bei Stadtkerngrabungen jeweils in großer Menge gefunden. Die ältesten Funde datieren hier in das 12. Jahrhundert. Ein Ansteigen der Fundzahlen kann in den folgenden Jahrhunderten bis in die frühe Neuzeit beobachtet werden.
Die Durchmesser der mittelalterlichen Tonmurmeln variieren und reichen von 0,5 bis 2,5 cm, die Kugeln sind oft unregelmässig gearbeitet, man kann daher vermuten, dass es sich um Nebenprodukte der Keramikherstellung handelte.

Allgemein: Im Mittelalter erfreute sich das Murmelspiel, ausgeführt mit Murmeln aus Ton, Holz sowie Glas, über alle Altersgrenzen hinweg grosser Beliebtheit, ist heute jedoch nur noch entfernt als Kinderspiel bekannt. Viele Städte erliessen Verordnungen gegen ausuferndes Murmelspiel, da das Glückspiel mit Murmeln teils solche Ausmaße an, dass etliche Bürger ihr komplettes Hab und Gut verspielten.