Wachstäfelchen mit Griffel

Allgemein: Diese rechteckigen Schreibtäfelchen haben in der Mitte eine ausgestemmte, ebenfalls rechteckige Vertiefung. In diese Vertiefung wurde mit Ruß geschwärztes Wachs eingegossen und begradigt. Nach dem Erkalten des Wachses konnte mit einem Griffel in das Wachs geschrieben werden. Abhängig von der Tiefe des Täfelchens konnte die Wachschicht mehrmals verwendet werden. Hierzu musste das Wachs lediglich mit der Rückseite des Griffels abgeschabt und begradigt werden. Diese Form des Schreibens war bereits in der Antike bekannt und hat sich bis weit in die Neuzeit gehalten.

Quelle: Ulrich Müller, Holzfunde aus Freiberg und Konstanz. Dieses Wachstäfelchen wurde als zweiteiliges, so genanntes Diptychon, nach einem Fragment aus Freiburg/Br. rekonstruiert.

Der aus Knochen bestehende Griffel wurde entsprechend einem Fund aus Würzburg rekonstruiert. In seiner Arbeit „Die Ausgrabung in der Domerschulstraße in Würzburg“ gibt T. Hembach eine längere Laufzeit mit Verwendung dieses Typus für das hohe und späte Mittelalter an.

Das Freiburger Fundgut offenbart eine große Vielfalt in Größe und Erscheinungsbild der Wachstäfelchen. Neben den genannten zweiteiligen existieren noch einteilige Exemplare mit oder ohne Griff, sowie mehrteilige Wachstafelbücher, welche als Polyptichon bezeichnet werden.