große Schale wilder Mann

Quelle: Replik eines Objektes aus der Grabung am Weinmarkt 11 (ehem. Gasthaus zum wilden Mann), Publikation “Aus dem Wirtshaus zum wilden Mann – Funde aus dem mittelalterlichen Nürnberg”, Ausstellungskatalog des GMN, Nürnberg 1984 (siehe hierzu auch die Anmerkung zur genanten Veröffentlichung unter “Literatur und Quellen”), Inv.Nr. Ke 3418.

Beschreibung des Originales und der Fundzusammenhänge: Die Höhe der Schüssel beträgt 6,4 cm, der Mündungsdurchmesser beläuft sich auf 23,3 cm. Die Schüssel hat einen planen Standboden, eine schwach gebauchte und sich ausweitend nach oben gezogenen Wandung sowie einen überkragenden, flach abgestrichenen Rand.
Der Scherbenmantel ist innen und aussen schwarz glänzend, der Scherbenkern weiß und sehr fein gemagert. Die Schüssel wurde reduzierend hart gebrannt. Abschneidspuren am Boden weißen auf eine Fertigung an der schweren Blockscheibe hin und lassen die Vermutung naheliegen, dass die Schüssel vermutlich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstanden sein könnte. Die Schüssel ist Bestandteil der keramischen Funde der Grabung am Weinmarkt 11, welche im Jahre 1984 erfolgte.  Die Datierung wurde mittlerweile auf das 14. Jahrhundert festgesetzt, die Schüssel wird als Importware bezeichnet, als Herstellungsregion wird hier Böhmen vermutet.

Quellenlage/Vergleiche: Schüsseln solcher Art zeigen sich äusserst selten in spätmittelalterlichen Funden. Man kann daher davon ausgehen, dass die Mehrzal solcher Gefäße nach wie vor aus Holz hergestellt wurden, so dass der vorliegende Fund zumindest für den Nürnberger Raum durchaus als Rarität zu betrachten ist.

Generell: In solchen Schüsseln wurden vermutlich Fleisch, Fisch oder andere Lebensmittel angerichtet und auf der Tafel serviert. Auch eine Verwendung im direkten Küchen- und Kochbereich als Aufbewahrungs- oder Rührschüssel für z.B. Teig ist hier vorstellbar.

Diese Rekonstruktion ist eine Arbeit von Anna Axtmann.