kleine Schale wilder Mann

Quelle: Replik eines Objektes aus der Grabung am Weinmarkt 11 (ehem. Gasthaus zum wilden Mann), Publikation “Aus dem Wirtshaus zum wilden Mann – Funde aus dem mittelalterlichen Nürnberg”, Ausstellungskatalog des GMN, Nürnberg 1984 (siehe hierzu auch die Anmerkung zur genanten Veröffentlichung unter “Literatur und Quellen”), Inv.Nr. Ke 3420.

Beschreibung des Originales und der Fundzusammenhänge: Die Höhe des Tellers beträgt 3,8 cm, der Mündungsdurchmesser beläuft sich auf 14 cm. Der Teller hat eine plane Standfläche, eine konisch ansteigende Wandung, welche innen konkav ausgeformt ist. Die Mündung weißt einen schmalen, nicht vorkragenden, flach abgestrichenen Rand, welcher innen kantig abgesetzt ist.
Der Teller wurde aus grau-braunem, grob gemagertem Ton gefertigt und reduzierend hart gebrannt. Abschneidspuren am Boden weißen auf eine Fertigung an der schweren Blockscheibe hin und lassen die Vermutung naheliegen, dass der Teller vermutlich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstanden sein könnte. Der Teller ist Bestandteil der keramischen Funde aus der Grabung am Weinmarkt 11, welche im Jahre 1984 erfolgte.  Die Datierung das gesamten Komplexes wurde mittlerweile auf das 14. Jahrhundert festgesetzt.

Quellenlage/Vergleiche: Teller solcher Art zeigen sich äusserst selten in spätmittelalterlichen Funden. Man kann daher davon ausgehen, dass die Mehrzal solcher Gefäße nach wie vor aus Holz hergestellt wurden, so dass der vorliegende Fund zumindest für den Nürnberger Raum durchaus als Rarität zu betrachten ist.

Generell: Solche Teller  sind als Tafelgeschirr zu bezeichnen und dienten vermutlich der unmittelbaren Nahrungsaufnahme.

Diese Rekonstruktion ist eine Arbeit von Anna Axtmann.