einfacher Filzhut

filz-grauQuelle: kolorierte Federzeichnung in “Historia Troiana”, entstanden im oberrheinischen Raum um 1395 bis 1400, Abbildungen entsprechender Kopfbedeckungen finden sich auch auf den Fresken der Burg Runkelstein in Tirol, exemplarisch sei hier eine Figur im “Saal der Liebespaare”, datiert auf 1390/95, erwähnt. Ebenso findet sich diese Hutform auf dem Fresko “Dornenkrönung Jesu” in St. Cyprian/Sarntheim, hier datiert auf 1395.

Beschreibung der Rekonstruktion: Der Hut wurde aus naturgrauer Schafwolle gefilzt.
Filzen zählt wohl mit zu den ältesten Kulturtechniken. Archäologische Funde, welche die Technik des Filzens belegen, datieren in das Neolithikum. Bei diesen Funden handelt es sich um Fragmente, welche als gepresste Tierhaare identifizierbar waren. Dass Auffinden gefilzter Stücke älteren Datums kann wohl ausgeschlossen werden, da dieses Material eine hervorragende  Kompostierbarkeit aufweißt, die Archäologie der Vor- und Frühgeschichte  geht jedoch davon aus, dass die Kenntniss der Technik zur Herstellung von Filz mindestens seit ca. 8000 v. Chr. (mittlere Steinzeit, auch Mesolithikum) bekannt war.

Generell: Dieses weitere Beispiel für eine der einfachsten Formen der Kopfbedeckung begegnet uns auf vielen zeitgenössischen Abbildungen.
Eine Vielzahl von Bildquellen weißt uns darauf hin, dass im 14ten Jahrhundert bei der männlichen Bevölkerung Mitteleuropas das Tragen von Hüten sehr an Beliebtheit zunimmt. Eine enorme Anzahl verschiedenster Hutformen mit, nach modernem Verständniss sehr exzentrisch anmutenden Formgebungen, zeigen auf, dass Hüte nicht mehr nur als Wetterschutz betrachtet, sondern Teil der allgemeinen Mode werden.
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