Gugel Nockert Typ 3

nockert3gugelklein1
Quelle: Die rekonstruierte Version ist eine einfache Alltagsgugel, ohne Verzierungen. Sie entspricht dem “Nockert Typ 3″ und findet ihr Vorbild in der Gugel Herjolfsness Nr. 72 (Nörlund 1924). Bei diesem Typ werden die Geren seitlich an der Schulter eingesetzt. K. Kania bietet in ihrer Arbeit “Übersehen – Verkannt – Vergessen” aus dem Jahre 2003 einen neuen Ansatz zur Typologisierung der Gugel an. Fr. Kania unterteilt nunmehr in Kragen- und Schwanztypen, wobei die hier gezeigte Rekonstruktion unter die Kategorie “Gugel mit Halskragen und Bandschwanz” fällt. Die Laufzeit dieser Variante wird bei diesem Typologisierungsvorschlag vom 14. bis in das 15. Jahrhundert angegeben.

Beschreibung der Rekonstruktion: Sie besteht im Deckstoff aus mit Walnuss gefärbter Wolle in Tuchbindung, für das Futter wurde ungebleichtes Leinen, ebenfalls in Tuchbindung, verwendet. Die Anfertigung erfolgte unter Anwendung zeitgenössischer Nähtechniken.

Quellenvergleich: Aus diversen Bild- und Textquellen können wir in Erfahrung bringen, welche Kleidung damals von den Menschen getragen wurde. Auch über die unterschiedlich ausgeprägten Formen sowie Trageweisen der unterschiedlichen Kleidungsstücke, in diesem Falle der Gugel, erfahren wir anhand dieser Bild- und Textquellen sehr viel. Für Nürnberg und die Region läßt sich anhand des Studiums diverser Figurinen an Brunnen und Kirchen die Verwendung von einfachen Gugeln unterschiedlichen Types nachweisen.

 Generell: Die Gugel ist ein fester Bestandteil der Herrenkleidung des 14. Jahrhunderts. Sie diente vor allem als Schlechtwetter-Kleidung und stellt ein äußerst praktisches Kleidungstück dar. Sie ist aber auch Teil der Mode und somit den Trends der damaligen Zeit unterworfen. Kunsthistorisch seit dem Hochmittelalter nachzuweisen, variieren über die Jahrhunderte die Breite des Schulterkragens sowie die Länge des Schwanzes oder Zipfels. So wird der Gugelzipfel im Laufe der Zeit immer länger, bis er schliesslich über den Gürtel reicht, auch können die Ränder des Kragens gezaddelt sein etc.