Schlauchmütze

Quelle: Eine Plastik am “schönen Brunen” trägt eine sogenannte “Schlauchmütze”, der “schöne Brunen” am jetzigen Nürnberger Hauptmarkt wurde in den Jahren 1385 bis 1396 erbaut.

Beschreibung der Rekonstruktion: Dieses Kleidungsstück diente wohl vermutlich eher repräsentativen Zwecken, auf der Darstellung am schönen Brunnen wird sie von einer der “sieben freien Künste” getragen.  Die Schlauchmütze wurde aus einem hochrechteckigen Stück Stoff hergestellt, die beiden Öffnungen, welche beim zusammennähen entstehen, bleiben offen. Als Oberstoff wurde mit Walnußschale gefärbter Wollstoff in Tuchbindung, für die Fütterung mit  Indigo gefärbtes Leinen, ebenfalls in Tuchbindung, verwendet. Die Anfertigung erfolgte unter Anwendung zeitgenössischer Nähtechniken.

Quellenvergleich: Dieses Kleidungsstück scheint in Mittel- und Westeuropa weit verbreitet gewesen zu sein. Für die Verwendung der Schlauchmütze in Nürnberg konnte jedoch bisher nur die oben erwähnte Plastik am schönnen Brunnen als Beleg recherchiert werden.

Generell: Kopfbedeckungen aller Art sind ein fester Bestandteil der Herrenkleidung des 14. Jahrhunderts. Sie dienten sowohl als Schlechtwetter-Kleidung, sind aber auch Teil der Mode und somit den modischen Aspekten der damaligen Zeit unterworfen.