Beinwürfel

Allgemein: Knochenwürfel dürften in nahezu keinem mittelalterlichen Haushalt gefehlt haben. Dies kann belegt werden durch die Häufigkeit von entsprechenden Funden sowie zeitgenössischen Aufzeichnungen über das sehr spezielle, wenn auch meist im Nebenerwerb betriebene Knochenschnitzerhandwerk (M. Erath 1996). Die gezeigten Würfel wurden aus Rinderknochen, welche als Schlachtabfälle in großen Mengen angefallen sind (Erath 1996), angefertigt. Die Löcher für die Zahlenwerte wurden mit einem Kreisbohrer eingedreht und anschliessend mit Bienenwachs, welches mit Russ geschwärzt wurde, nachgezeichnet.
Während bis über das 12. Jahrhundert hinaus vor allem die Aufteilung mit sich gegenüberliegenden aufeinanderfolgenden Zahlen dominierte, entwickelte sich die heute übliche Anordnung der Augen, bei der gegenüberliegende Augen immer 7 ergeben, ab dem 13. Jahrhundert.

Quelle: Einige Knochenwürfel befinden sich z.B. im Museum der Burg in Burgthann bei Nürnberg, entsprechende archäologische Funde aus Nürnberg sind zwar laut Aussage der Stadtarchäologie Nürnberg exixtent, jedoch nicht publiziert oder ausgestellt.
Ein Eintrag im Satzungsbuch IV/E (entstanden 1330/34 bis 1390), welcher um 1370 erfolgte und ein Besitzverbot für Würfel sowie ein Verbot für öffentliches Würfelspiel schriftlich fixiert, weißt darauf hin, dass auch in Nürnberg Knochenwürfel zu den alltäglichen Gebrauchsgegenständen gezählt haben dürften. In späteren Verordnungen wird dieses Verbot immer wieder aufgegriffen und bestätigt.