D-förmige Gürteltasche

Tasche nach Abbildung aus Hausbuch der mendelschen Zwölfbrüderstiftung, um 14blablaQuelle: Rekonstruktion einer einfachen, D-förmigen Gürteltasche mit Lyraförmiger Schnalle nach einer Abbildung aus dem Hausbuch der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung, hier das Portrait des Conrad Winkler, Zimmermann, 1437. Taschen dieser einfachen Form waren das gesamte Spätmittelalter über weit verbreitet.

Beschreibung der Rekonstruktion: Die Tasche wurde aus vegetabil gegerbtem Bovinaleder hergestellt und ist mit gewachstem Leinenzwirn in Wendenahttechnik von Hand genäht worden. Die Tasche ist mit einer Lyra-förmigen Schliesse versehen, diese Schnallenform und deren Verwendung als Taschenverschluss ist im Zeitraum 1440 – 1470 auf vielen Altarbildern im süddeutschen Raum zu beobachten.

Generell: Da mittelalterliche Kleidung im Gegensatz zu modernen Kleidungsstücken keine eingearbeiteten Taschen besaß, wurden bei Bedarf Beutel aus vielfältigen Materialien sowie andere Taschen, meist am Gürtel befestigt, getragen. Speziell Gürteltaschen in ihren unterschiedlichsten Formen erfreuten sich, wie uns einen Vielzahl von zeitgenössischen Abbildungen zeigen, besonders ab dem Spätmittelalter einer weiten Verbreitung, wobei diese scheinbar beinahe ausschliesslich von Männern getragen wurden.

 

Conrad-Winkler, Zimmermann, 1437-Hausbuch der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung, GMN und Stadtbibliothek Nürnberg