Schlauchmütze gefältelt

Quelle: Hausbuch der mendelschen Zwölfbrüderstiftung, Folio 86 rect (Mendel 1), Hans Pfaffenhofer, Hufschmied, 1467. Der modisch gekleidete Pferdebesitzer/Kunde trägt eine rote Schlauchmütze, welche in  der unteren Hälfte in Falten liegt.

Beschreibung der Rekonstruktion: Dieses Kleidungsstück diente wohl vermutlich eher repräsentativen Zwecken.   Die vorliegende Schlauchmütze wurde aus zwei hochrechteckigen Stoffstücken hergestellt, wobei der nichtgefütterte Ansatz aufwendig in Falten gelegt am glatten Oberteil angenäht wurde.
Als Oberstoff wurde mit Rotholz gefärbter Wollstoff in Tuchbindung, für die Fütterung des unteren Teiles gebleichtes Leinen, ebenfalls in Tuchbindung, verwendet. Die Anfertigung erfolgte unter Anwendung zeitgenössischer Nähtechniken.

Quellenvergleich: Dieses Kleidungsstück scheint in Mittel- und Westeuropa weit verbreitet gewesen zu sein, für diese spezielle Art der Schlauchmütze liegt jedoch bisher nur die oben angegebene Quelle vor.

Generell:Kopfbedeckungen aller Art sind, wie schon im ausgehenden 14. Jahrhundert, ein fester Bestandteil der Herrenkleidung des 15. Jahrhunderts. Sie dienten sowohl als Schlechtwetter-Kleidung, sind jedoch auch Teil der Mode und somit den modischen Aspekten der damaligen Zeit unterworfen.