Arbeitsmaterialien

Leder – Der Stoff, aus dem die Schuhe sind….

Definition:
Leder ist eine durch Gerbung chemisch haltbar gemachte Tierhaut, deren natürliche Faserstruktur weitgehend erhalten ist.
Leder wird meist aus der Lederhaut (Dermis) genannten Hautschicht gewonnen. Diese gliedert sich ihrerseits in die nach außen liegende, der Lederoberfläche ihr glattes Aussehen gebenden Papillarschicht und die darunter liegende, für die mechanische Festigkeit verantwortliche Rektikularschicht.
Die Lederbereitung wird als der Vorgang charakterisiert, bei dem die tierische Rohhaut durch Gerbmittel soweit verändert wird, dass sie im trockenen Zustand nicht bricht und im nassen Zustand nicht fault.

Arbeitsschritte zur Lederbereitung:
Nach dem Häuten musste die Rohhaut schnellstmöglich konserviert werde, um den organischen Verfall zu verhindern. Die heute übliche Salzkonservierung der frisch abgezogenen Haut dürfte, wegen der damit verbundenen hohen Kosten, im Späten Mittelalter nur in den seltensten Fällen angewendet worden sein. Wahrscheinlicher ist die Konservierung durch Gefrieren über den Winter.
Vor dem eigentlichen Gerbvorgang muß die Oberhaut mit den Haaren und das Unterhautbindegewebe mechanisch entfernt werden, um eine gerbfertige sogenannte Blöße zu erhalten. Im Spätmittelalter wurde dieser Vorgang händisch am Gerberbaum durchgeführt.
Erst nach diesen Schritten erfolgt die eigentliche Gerbung, die wesentliche Merkmale einer Gerbung sind:
– irreversible Bindung der Gerbstoffe an die Haut – das heißt, das Leder kann ohne Zerstörung nicht mehr zurückverwandelt werden; das ist ein wesentlicher Unterschied zu Konservierungen, die weitgehend reversibel sind
– lederartiges Auftrocknen – rohe Haut trocknet hornartig, durchscheinend auf
– beständig gegen natürliche Selbstzersetzung durch Mikroorganismen
– starke Verminderung der Quellung beim Einlegen in Wasser

verschiedene Gerbmethoden:
Bei der Lohgerbung werden abwechselnd Eichenrinde (Lohe) und die Häute in Gerbgruben aufgeschichtet und unter Wasser gesetzt. Dieses Verfahren, das je nach Hautstärke so oft wiederholt werden muß, bis das Leder ganz durchgegerbt ist, ergibt ein hellbraunes, bei Zusatz von Eisengallat oder Eisensulfat schwarzes Leder. Dies dürfte die am häufigsten angewendete Methode der Gerbung im späten Mittelalter gewesen sein.
Eine weitere im Mittelalter gebräuchliche Gerbart war die Sämischgerbung, bei der unter Verwendung von Fischtran oder Hirn, starker mechanischer Bearbeitung und Wärme ein sehr weiches Leder hergestellt wurde. Dieses ist in ungefärbtem Zustand hell- bis blassgelb.
Die durch Alaungerbung erzeugten Leder sind von weißer Farbe, bedürfen aber einer intensiven Bearbeitung, um als Gebrauchsleder zu dienen.

Farben:
Bei der Lederfarbe gilt der Grundsatz, dass die Färbung bei der Gerbung entsteht. Neben den bereits erwähnten Farben spielt noch der Sumach als Gerbe- und Färbepflanze eine Rolle, die grünes Leder liefert, sowie Krapp, mit der sich Leder rot einfärben lässt. Krapp wurde bereits seit dem 12. Jht. im ndl. Seeland angebaut.
Archäologisch sind für die Herstellung von Schuhoberledern Rind-, Ziegen- und Schafleder nachzuweisen, seltener kam Hirschleder zur Verwendung. Für Sohlenleder wurden in der Regel Rindleder zur Anwendung gebracht.