Halbschuhe


Halbschuh mit Schnallenverschluß auf dem Rist nach Fund aus Freiburg

Halbschuh nach Fund aus Freiburg

Quelle: Ilse Fingerlin, “Lederabfall”, Materialhefte zur Archäologie in Baden Würtemberg, Band 31, “Die Latrine des Augustinereremitenklosters in Freiburg”, 1995, Tafel 28; Bei der Rekonstruktion handelt es sich um Schuhe vom Typ VIII nach I. Fingerlin.
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus ca. 2mm starkem, vegetabil gegerbtem Bovinaleder. Der Zuschnitt und Verarbeitung erfolgten einteilig, für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Sohle und Oberleder wurden mit dem “Fleisch-Kante-Tunnelstich” in der Wendenahttechnik verbunden.

 


Halbschuh mit Schnallenverschluß über dem Rist nach Fund aus Bad Windsheim

Halbschuh nach Fund aus Bad Windsheim

 

Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus ca. 2mm starkem, vegetabil gegerbtem Bovinaleder. Der Zuschnitt und Verarbeitung erfolgten einteilig, für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Sohle und Oberleder wurden mit dem “Fleisch-Kante-Tunnelstich” in der Wendenahttechnik verbunden. Am Umlaufenden Kether wurden partiell Sohlenflicken angebracht.
Wie beim Fund wurde für eine bessere Stabiltät der Schaft mit einer Schaftrandeinfassung Konstanz Typ d nach C. Schnack verstärkt, sowie Fersenkappen und eine seitliche Innenverstärkung angebracht. Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt.


Halbschuh mit Ristschürung nach Fund aus Vevey

Halbschuh nach Fund aus Vevey

Halbschuh nach Fund aus Vevey

Quelle: Marquita und Serge Volken, „Die Schuhe aus der St. Martinskirche in Vevey“, Bericht über die Schuhfunde in Vevey, “Atelier d´ Archélogie Médievale”, Moudon 1991, hier Schuh 2;
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus ca. 2mm starkem, vegetabil gegerbtem und mit einer Eisensulfat-Essiglösung geschwärztem Bovinaleder. Der Zuschnitt und Verarbeitung erfolgten einteilig, für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Sohle und Oberleder wurden mit dem “Fleisch-Kante-Tunnelstich” in der Wendenahttechnik verbunden. Wie beim Fund wurde für eine bessere Stabiltät der Schaft mit einer Schaftrandeinfassung Konstanz Typ d nach C. Schnack verstärkt, sowie Fersenkappen angebracht. Die Schuhspitzen wurden wie beim Original von Außen vernäht. Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt. Der Verschluss mittels Riemchen über dem Rist wird bei diesem Typ zusätzlich durch Einschlitzungen durch die Staublasche geführt.
Quellenlage/Vergleich: Schuhe dieses Types finden sich auch auf zahlreichen Abbildungen und Miniaturen des späten Mittelalters. Archäologische Vergleichsfunde finden sich in Leiden, Holland sowie Coventry unde London, England. Datiert wird dieser Typ in das späte 15. Jahrhundert.


seitlich geschnürter Halbschuh

seitlich geschnürter Halbbschuh

Quelle: Christiane Schnack, „Die mittelalterlichen Schuhe aus Schleswig, Berichte und Studien 10, Wachholtz Verlag. Neumünster 1992″, diverse Modelle.
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus vegetabil gegerbtem Bovinalede, wurde einteilig zugeschnitten und verarbeitet, für die Sohle wurde ca. 4,5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet.  Sohle und Oberleder wurden mit dem “Fleisch-Kante-Tunnelstich” in der Wendenahttechnik verbunden.Für eine bessere Stabiltät wurde der Schaft mit einer Schaftrandeinfassung “Konstanz Typ b” nach C. Schnack verstärkt, zusätzlich wurden Fersenkappen, sowie Nestellochverstärkungen angebracht.  In die Oberleder-Sohlenverbindung wurde zusätzlich ein umlaufender Kether  eingefügt.  Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt.
Quellenlage/Vergleich: Schuhe diese Types finden sich in sämtlichen Funden aus ganz Europa, so auch in in den Komplexen Konstanz, Würzburg und Freiburg. Die Laufzeit diese Types kann ab um 1200  bis um 1500 als gesichert betrachtet werden, wobei der Verbreitungasschwerpunkt eindeutig im 13. Jahrhundert liegt.


Halbschuh nach Abbildungen aus dem Wolfegger Hausbuch sowie nach Fund aus Vevey

Halbschuhe nach div. Abbildungen aus dem Wolfegger Hausbuch

Quelle: Div. Abbildungen aus dem Wolfegger Hausbuch sowie „Die Schuhe aus der St. Martinskirche in Vevey“, Bericht über die Schuhfunde in Vevey von Marquita und Serge Volken, Moudon 1991.
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus ca. 2mm starkem, vegetabil gegerbtem Bovinaleder. Der Zuschnitt und Verarbeitung erfolgten einteilig, für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Sohle und Oberleder wurden mit dem “Fleisch-Kante-Tunnelstich” in der Wendenahttechnik verbunden. An die Schaftkante wurde eine Krempe angesetzt, bei welcher nach dem „Umklappen“ die Narbenseite zu sehen ist. Die Schuhspitzen wurden wie bei den entsprechenden Funden aus Vevey nach dem Wenden von Außen vernäht. Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt.
Quellenlage/Vergleich:Schuhe dieses Types finden sich auch auf zahlreichen Abbildungen und Miniaturen des späten Mittelalters. Datiert wird dieser Typ in das späte 15. Jahrhundert.


Halbschuh nach Fund aus Alpirsbach

Halbschuh nach Fund aus Alpirsbach

Quelle:Dr. Ilse Fingerlin, in „Mönche und Scholaren – Funde aus 900 Jahren Kloster Alpirsbach“, Karlsruhe 1995;
Beschreibung der Rekonstruktion:Das Oberleder besteht aus ca. 2mm starkem, vegetabil gegerbtem Bovinaleder. Zuschnitt und Verarbeitung erfolgten einteilig, für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Sohle und Oberleder wurden mit dem “Fleisch-Kante-Tunnelstich” in der Wendenahttechnik verbunden. Wie beim Fund wurde für eine bessere Stabiltät der Schaft mit einer gefalzten Paspel/Schaftrandeinfassung Konstanz Typ d nach C. Schnack aus Ziegenleder verstärkt, sowie Fersenkappen angebracht. Die Schlitzöffnung in der Ristmitte wird mit einer Staublasche abgedeckt, an den umlaufenden Kether wurden im Vorder- und Hinterfußbereich zusätzlich Sohlenflicken angebracht. Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt.
Quellenlage/Vergleich:Vergleichbare Funde dieses relativ einfachen Types lassen sich verorten in Freiburg sowie Bad Windsheim.

 


Halbschuh mit Kröpfschlitz… und Knöpfriegelverschluss auf dem Rist nach Bayreuth/Würzburg/Konstanz

Schlitzschuhe

Halbschuh mit Kröpfschlitz

Quelle: A. Bischof, “Ein Spätmittelalterlicher Brunnen aus Bayreuth”, Bamberg 2006, hier Schuh-Typ Drei, auch vergleichbar mit  A. Gareiß-Castritius, “Zwei spätmittelalterliche Fundkomplexe aus Würzburg”, Würzburg 1997, sowie C. Schnack, “Mittelalterliche Lederfunde aus Konstanz”, Stuttgart 1994, hier Tafel 16, Nr. 4613.
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus vegetabil gegerbtem Bovinaleder und wurde einteilig zugeschnitten und verarbeitet, für die Sohle wurde ca. 4,5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Sohle und Oberleder wurden mit dem “Fleisch-Kante-Tunnelstich” in der Wendenahttechnik verbunden. Für eine bessere Stabiltät wurde der Schaft mit einer Schaftrandeinfassung Konstanz Typ d nach C. Schnack verstärkt, zusätzlich wurden Fersenkappen angebracht. Im Fersenbereich wurde in die Oberleder-Sohlenverbindung zusätzlich ein Randstreifen eingefügt, an welchem jeweils ein Sohlenflicken befestigt wurde. Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt. Als Verschluss wurde ein sog. Knöpfriegel angebracht.
Quellenlage/Vergleich: Schuhe diese Types finden sich in sämtlichen Funden aus ganz Europa, so auch in in den Komplexen Bayreuth, Konstanz, Würzburg und Freiburg. Die Laufzeit diese Types kann ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bis um 1400 als gesichert betrachtet werden.


Halbschuh mit Schürung auf dem Rist

Halbschuh mit Schnürung auf dem Rist

Halbschuh mit Schnürung auf dem Rist


Quelle:
C. Schnack, Mittelalterliche Lederfunde aus Konstanz, Grabung Fischmarkt
Materialhefte zur Archäologie Heft 26, Konrad Theiss Verlag 1994. Objekt Tafel 14, Fund – Nr.72 und Nr. 73
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus vegetabil gegerbtem Bovinaleder und wurde vor dem vernähen mit einer Eisensulfat-Essiglösung schwarz gebeizt. Das Oberleder wurde einteilig zugeschnitten und verarbeitet, für die Sohle wurde ca. 4,5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet.  Sohle und Oberleder wurden mit dem “Fleisch-Kante-Tunnelstich” in der Wendenahttechnik verbunden.Für eine bessere Stabiltät wurde der Schaft mit einer Schaftrandeinfassung “Konstanz Typ b” nach C. Schnack verstärkt, zusätzlich wurden Fersenkappen, Nestellochverstärkungen sowie  im medialen und lateralen Vorderfußbereich Streifenverstärkungen angebracht.Im Fersenbereich wurde in die Oberleder-Sohlenverbindung zusätzlich ein Randstreifen eingefügt.  Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt.
Quellenlage/Vergleich: Schuhe diese Types finden sich in sämtlichen Funden aus ganz Europa, so auch in in den Komplexen Bayreuth, Konstanz, Würzburg und Freiburg. Die Laufzeit diese Types kann ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bis um 1500 als gesichert betrachtet werden.


Halbschuh mit seitlicher Schürung und Durchbrüchen

Halbschuh mit seitlicher Schnürung und Durchbrüchen

Halbschuh mit seitlicher Schürung und Durchbrüchen

Quelle: C. Schnack, Mittelalterliche Lederfunde aus Konstanz, Grabung Fischmarkt
Materialhefte zur Archäologie Heft 26, Konrad Theiss Verlag 1994, Tafel 12, Objekt Fund – Nr. 1843.
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus vegetabil gegerbtem Bovinaleder und wurde zweiteilig zugeschnitten und verarbeitet, für die Sohle wurde ca. 4,5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Sohle und Oberleder wurden mit dem “Fleisch-Kante-Tunnelstich” in der Wendenahttechnik verbunden.
Für eine bessere Stabiltät wurde der Schaft mit einer gefalteten Schaftrandeinfassung nach Schnack, “Konstanz Typ b” und ein durch kleine Schlitze im Oberleder gezogenes Lederbändchen verstärkt, zusätzlich wurden Nestellochverstärkungen sowie (entgegen der Fundlage) Fersenkappen angebracht. Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt.
Quellenlage/Vergleich: Derartig aufwendig verzierte Schuhe kommen im archäologischen Fundmaterial nur selten vor. Ähnliche Stücke dieser Art sind z.B. aus Schleswig oder der Burg von Itzehohe bekannt. Die Laufzeit dieses besonderen, verzierten Typs erstreckt sich vom Ende des 13. bis zum Ende des 14. Jahrhunderts, ein kunstgeschichtlich-archäologischer Vergleich hat gezeigt, dass verziertes Oberleder im 15. Jahrhundert nicht mehr vorkommt (Groenmann-Van Wateringe / Velt, 1975).