hohe Schuhe

hohe Schaftstiefel

hohe Schaftstiefel nach versch. Abbildungen des 15. Jahrhunderts

Quelle: Von diesem Typus sind bislang keine Originalfunde bekannt, die Rekonstruktion erfolgte anhand diverser Altargemälde und Abbildungen aus dem 15. Jahrhundert

Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus vegetabil gegerbtem Bovinaleder. Da nach aktuellem Stand bislang keine Originalfunde bekannt sind, kann über die tatsächliche Konstruktion des Schaftes keine Aussage gamcht werden. Daher ist der vorliegende Ansatz lediglich als Rekonstruktionsvorschlag zu betrachten. Hierbei wurden Schaft und Hinterblatt einteilig zugeschnitten, und um die nötige Weite des Schaftes zu erreichen, wurden beidseitig ab dem Knöchel sich nach oben hin verbreiternde Keile eingesetzt.
Für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Sohle und Oberleder wurden über einen Leisten gespannt und mit dem “Fleisch-Kante-Tunnelstich” in der Wendenahttechnik verbunden. In die Oberleder-Sohlenverbindung wurde ein umlaufender Kether eingefügt, an diesem wurden partiell Sohlenflicken angebracht. Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt.

Allgemein: Im späten Spätmittelalter waren Schaftstiefel die höchste Schuhform. Auf den meistens zeitgenössischen Abbildungen sind sie als kniehohe Stiefel zu sehen, auf einigen wenigen Abbildungen sind auch Exemplare zu sehen, deren Schaft bis zum Schritt reicht. Anhand der zahlreichen Abbildungen ist festzustellen, dass zumindest die kniehohe Variante meist im Zusammenhang mit „Scharfrichtern“ und „Schergen“ zu bringen ist.


hohe Schuhe mit angesetztem Schaft und Knöpfriegelverschluss

KnöpfriegelKonstanz

Hohe Schuhe mit Knöpfriegelverschluss und angesetztem Schaft

Quelle: C. Schnack, Mittelalterliche Lederfunde aus Konstanz, Grabung Fischmarkt, Materialhefte zur Archäologie, Heft 26, Konrad Theiss Verlag 1994
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus vegetabil gegerbtem Bovinaleder, Vorder- und Hinterblatt wurden einteilig zugeschnitten und der Schaft angesetzt, für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Sohle und Oberleder wurden über einen Leisten gespannt und mit dem “Fleisch-Kante-Tunnelstich” in der Wendenahttechnik verbunden. Für eine bessere Stabiltät wurde der Schaft mit einer gefalzten Paspel nach C. Schnack verstärkt, zusätzlich wurden Nestellochverstärkungen und Fersenkappen angebracht. In die Oberleder-Sohlenverbindung wurde desweiteren ein umlaufender Kether eingefügt. Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt.
Zur Laufzeit dieses Types gibt es unterschiedliche Angaben. C. Schnack legt den Beginn dieses Types mit angesetztem Schaft in die Mitte des 14. Jahrhunderts, bei I. Fingerlin hingegen wird der Beginn der Laufzeit auf um 1300 festgelegt. Bei beiden wird das Ende der Laufzeit auf um 1500 festgelegt.


hohe Schuhe mit angesetztem Schaft und Knöpfriegelverschluß nach Fund aus dem wilden Mann, Nürnberg

Hohe Schuhe mit Knöpfriegelverschluss und angesetztem Schaft nach Fund aus dem wilden Mann in Nürnberg

 

Quelle: K. Kohn, R. Kahsnitz, R. Brandl u.a., Aus dem Wirtshaus zum wilden Mann, Funde aus dem mittelalterlichen Nürnberg, Ausstellungskatalog des GMN, Nürnberg 1984
Beschreibung der Rekonstruktion:hohe Schuhe mit Knöpfriegelverschluß nach Fund aus „Wirtshaus zum wilden Mann“, Nürnberg, Mitte bis Ende 14. Jahrhundert, hier der aufgesetzte Schaft aus Ziegenleder.
Zur Laufzeit dieses Types gibt es unterschiedliche Angaben. C. Schnack legt den Beginn dieses Types mit angesetztem Schaft in die Mitte des 14. Jahrhunderts, bei I. Fingerlin hingegen wird der Beginn der Laufzeit auf um 1300 festgelegt. Bei beiden wird das Ende der Laufzeit auf um 1500 festgelegt.