knöchelhohe Schuhe


knöchelhoher Schuh mit innenliegender, seitlicher Schnürung nach Freiburg

knöchelhohe Schuhe mit Innenliegendem Schnürverschluss

Quelle: Ilse Fingerlin, „Lederabfall“, Materialhefte zur Archäologie in Baden Würtemberg, Band 31, „Die Latrine des Augustinereremitenklosters in Freiburg“, 1995, Tafel 23; Bei der Rekonstruktion handelt es sich um Schuhe vom Typ IV nach I. Fingerlin.
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus vegetabil gegerbtem Bovinaleder, zur Modellierung des Schaftes wurde, wie bei der Vorlage, ein Schaftzwickel an das ansonsten einteilig geschnittene Leder angesetzut. Für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Für eine bessere Stabiltät wurde der Schaft mit einer Schaftrandeinfassung “Konstanz Typ b” nach C. Schnack verstärkt, zusätzlich wurden Fersenkappen angebracht. An den umlaufenden Kether wurden im Vorder- und Hinterfußbereich zusätzlich Sohlenflicken angebracht. Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt.
Die Laufzeit dieses Types legt I. Fingerlin vom Ende des 12. Jahrhunderts bis Ende 15. Jahrhundert fest, aus dem süddeutschen Raum stammende bildliche Darstellungen von knöchelhohen Schuhen mit innenliegender Schürung datieren meist nach der Mitte des 15. Jahrhunderts.


knöchelhoher Schuh mit Riemen- und Schnallenverschluß nach Freiburg

knöchelhohe Schuhe mit Riemen-und Schnallenverschluß

Quelle: Ilse Fingerlin, „Lederabfall“, Materialhefte zur Archäologie in Baden Würtemberg, Band 31, „Die Latrine des Augustinereremitenklosters in Freiburg“, 1995, Tafel 24; Bei der Rekonstruktion handelt es sich um Schuhe vom Typ V nach I. Fingerlin.
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus vegetabil gegerbtem Bovinaleder und wurde, entgegen der Vorlage, einteilig zugeschnitten und verarbeitet, für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Für eine bessere Stabiltät wurde der Schaft mit einer Schaftrandeinfassung “Konstanz Typ b” nach C. Schnack verstärkt, zusätzlich wurden Fersenkappen angebracht. An den umlaufenden Kether wurden im Vorder- und Hinterfußbereich zusätzlich Sohlenflicken angebracht. Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt.
Die Laufzeit dieses Types legt I. Fingerlin vom Ende des 14. Jahrhunderts bis über 1500 hinaus fest, aus dem süddeutschen Raum stammende bildliche Darstellungen von knöchelhohen Schuhen mit Schnallenverschluß über dem Rist datieren meist nach der Mitte des 15. Jahrhunderts.


knöchelhoher Schuh mit Ristschnürung nach Schloss Lengberg/Osttirol

Lengfeldbearbeitet

knöchelhoher Schuh mit Ristschnürung nach Fund aus Schloß Lengberg/Osttirol

Quelle: Oskar Bauer, „Sieben Schuhe vom Schloss Lengberg – Ein Einblick in das Schuhmachergewerbe des 14.-15. Jahrhunderts in Osttirol“, Bakkalaureatsarbeit, Tafel 7, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, März 2010.
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht, wie beim Originalfund, aus vegetabil gegerbtem Caprinaleder und wurde aus vier Teilen zusammengesetzt.  Die Verwendung von Ziegenleder als Schuhoberleder ist für diesen Zeitraum eher ungewöhnlich. Für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Für eine bessere Stabiltät wurde der Schaft, entsprechend der Vorlage, mit einer Schaftrandeinfassung “Konstanz Typ b” nach C. Schnack verstärkt, ebenso wurden Fersenkappen, eine einseitige Seitenverstärkung sowie ein umlaufender, mehrteiliger Kether, angebracht.
Oskar Bauer datiert alle in Schloss Lengberg gefundenen sieben Schuhe anhand von Vergleichen der Schnittmuster von Sohlen und Oberleder mit von O. Goubitz bearbeiteten Funden aus den Niederlanden in einen Zeitraum von 1350 bis 1450.
Detailfoto der Konstruktuion des mehrteiligen Oberleders:

Lengfelddetail

Stoßnähte der mehrteiligen Konstruktion.


knöchelhoher Schuh mit Knöpfriegelverschluss nach Konstanz

knöchelhohe Knöpfriegelschuhe
knöchelhohe Knöpfriegelschuhe

Quelle: C. Schnack, Mittelalterliche Lederfunde aus Konstanz, Grabung Fischmarkt Materialhefte zur Archäologie Heft 26, Konrad Theiss Verlag 1994
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus vegetabil gegerbtem Bovinaleder und wurde einteilig zugeschnitten und verarbeitet, für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Sohle und Oberleder wurden über einen Leisten gespannt und mit dem “Fleisch-Kante-Tunnelstich” in der Wendenahttechnik verbunden. Für eine bessere Stabiltät wurde der Schaft mit einer Schaftrandeinfassung “Konstanz Typ a” nach C. Schnack verstärkt, zusätzlich wurden Nestellochverstärkungen und Fersenkappen angebracht. Im Fersenbereich wurde in die Oberleder-Sohlenverbindung zusätzlich ein Randstreifen eingefügt. Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt.
Die Laufzeit dieses Types kann festgelegt werden von Mitte des 14. Jahrhunderts bis zum Ende 15. Jahrhundert.


knöchelhoher Schuh mit Ristschnürung nach Freiburg

knöchelhohe Schuhe mit Ristschnürung nach Fund aus Freiburg

knöchelhohe Schuhe mit Ristschnürung nach Fund aus Freiburg

Quelle: Ilse Fingerlin, „Lederabfall“,  Materialhefte zur Archäologie in Baden Würtemberg, Band 31, „Die Latrine des Augustinereremitenklosters in Freiburg“, 1995;
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus vegetabil gegerbtem Bovinaleder und wurde einteilig zugeschnitten und verarbeitet, für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Für eine bessere Stabiltät wurde der Schaft mit einer Schaftrandeinfassung “Konstanz Typ b” nach C. Schnack verstärkt, zusätzlich wurden Nestellochverstärkungen und Fersenkappen angebracht. Im Fersenbereich wurde in die Oberleder-Sohlenverbindung zusätzlich ein Randstreifen eingefügt. Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt.
Die Laufzeit dieses Types kann festgelegt werden von Ende 13. Jahrhundert bis Ende 15. Jahrhundert.

 


knöchelhohe/halbhohe Schuhe mit Schnürung um den Rist durch Ösenpaare

Stoffelschuh2klein

Knöchelhohe Schuhe mit Schnürung um den Rist durch Ösenpaare

Quelle: C. Schnack, Mittelalterliche Lederfunde aus Konstanz, Grabung Fischmarkt Materialhefte zur Archäologie Heft 26, Konrad Theiss Verlag 1994
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus vegetabil gegerbtem Bovinaleder und wurde einteilig zugeschnitten und verarbeitet, für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Für eine bessere Stabiltät wurde der Schaft mit einer Schaftrandeinfassung “Konstanz Typ b” nach C. Schnack verstärkt, zusätzlich wurden Fersenkappen angebracht. An den umlaufenden Kether wurden im Vorder- und Hinterfußbereich zusätzlich Sohlenflicken angebracht. Alle Nähte wurden mit gepichtem und gewachstem Leinenzwirn erstellt.
Die Laufzeit dieses Types legt C. Schnack vom Beginn des 12. Jahrhunderts bis 1500 fest, wobei sich Kether und Sohlenflicken erst im Laufe des 14/15 Jahrhunderts allgemein durchsetzen.


knöchelhohe Schuhe mit überlappender Ristlasche nach Fund aus Doordrecht

Doordrecht_Folded_Tongue

knöchelhohe Schuhe mit überlappender Ristlasche

Quelle: O. Goubitz, „Stepping trough time. Archeological Footwear from prehistoric times until 1800″ sowie Marquita und Serge Volken, „Die Schuhe aus der St. Martinskirche in Vevey“, Bericht über die Schuhfunde in Vevey, “Atelier d´ Archélogie Médievale”, Moudon 1991,
Beschreibung der Rekonstruktion: Das Oberleder besteht aus vegetabil gegerbtem Bovinaleder und wurde nach Originalvorlage mehrteilig zugeschnitten und verarbeitet, für die Sohle wurde ca. 5 mm dickes, ebenfalls vegetabil gegerbtes Rindsleder verwendet. Für eine bessere Stabiltät wurde der Schaft mit einer Schaftrandeinfassung “Konstanz Typ b” nach C. Schnack verstärkt, zusätzlich wurden Fersenkappen sowie ein ulaufender Kether angebracht.
Die Laufzeit dieses Types wird von Goubitz von Mitte 14. bis Ende 15. Jahrhundert angegeben. Der direkt vergleichbare Fund aus Vevey, welcher die selben Kondtruktionsmerkmale aufweißt, wurde ins letzte Viertel 15. Jahrhundert datiert und stützt somit diese These.